2026-07-07 · HSOS Industrial Services

Notfall-CNC-Einsatz: Helicoil-Gewinde M107,8×6 an P92-Turbinenbauteil repariert

Nach Beschädigung eines Helicoil-Gewindes an einer Turbine in den Niederlanden reparierte HSOS das Spezialgewinde M107,8×6 in schweißkritischem P92-Werkstoff – von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Fertigstellung in nur 4 Werktagen.

Ausgangslage

Bei Wartungsarbeiten an einer Turbine in den Niederlanden wurde beim Herausdrehen einer Verschlussschraube das vorhandene Helicoil-Gewinde beschädigt. Das Gewinde hatte bereits die Sondergröße M107,8×6 – selbst also bereits eine Reparaturgröße für das ursprüngliche Gewinde M100×6. Ein weiterer konventioneller Gewindeschnitt war damit nicht mehr möglich; die Situation erforderte eine präzise CNC-Bearbeitung direkt vor Ort.

Besondere Herausforderung: Werkstoff P92

Das betroffene Bauteil besteht aus P92 (1.4901 / X10CrWMoVNb9-2), einem hochlegierten martensitischen Chromstahl, der typischerweise in Hochtemperatur-Dampfturbinen eingesetzt wird. Dieser Werkstoff stellt an Schweißarbeiten außergewöhnlich hohe Anforderungen: Vorwärmung, definierte Zwischenlagentemperatur und kontrollierte Wärmenachbehandlung sind zwingend erforderlich, um Kaltrisse und Gefügeveränderungen zu vermeiden.

Das direkte Anschweißen einer Haltekonstruktion für die CNC-Maschine an das Bauteil schied daher aus.

Ingenieurtechnische Lösung

Die HSOS-Teams aus Deutschland und den Niederlanden entwickelten gemeinsam eine Haltelösung ohne Eingriff in den Grundwerkstoff:

  • Schweißen an eine Mutter: Eine passende Mutter wurde auf das Bauteil geschraubt. An diese Mutter – nicht an das Bauteil selbst – wurde die Stützstruktur angeschweißt.
  • Klemmvorrichtung: Ergänzend wurde eine kurzfristig konstruierte und gefertigte Klemmhalterung eingesetzt, um die CNC-Maschine sicher und ausreichend steif zu fixieren.
  • Bearbeitung: Mit einer kompakten CNC-Vor-Ort-Maschine wurde das beschädigte Helicoil-Gewinde M107,8×6 präzise aufgebohrt und neu geschnitten, sodass ein neuer Helicoil-Einsatz eingebaut werden konnte.

Ergebnis

Die Turbine konnte planmäßig wieder in Betrieb genommen werden. Der gesamte Ablauf – von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Fertigstellung – dauerte 4 Werktage. Darin enthalten waren Konzeptentwicklung, Fertigung der Haltevorrichtung, Anreise, Bearbeitung und Abnahme.

Fazit

Dieser Einsatz zeigt, wie HSOS auch bei metallurgisch schwierigen Werkstoffen und ungewöhnlichen Gewindemaßen handlungsfähig bleibt. Die enge Zusammenarbeit der deutschen und niederländischen HSOS-Einheit ermöglichte eine schnelle, sichere und bauteilschonende Lösung – ohne Demontage der Turbine und ohne Kompromisse bei der Qualität.

Bildergalerie