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Line Boring

Spindeln

Präzises Bearbeiten, Reparieren und Neu-Erstellen zylindrischer Bohrungen in großen Maschinen vor Ort. Kostengünstige Alternative zum Austausch teurer Bauteile.

Was ist Spindeln / Line Boring?

Spindeln (Line Boring) ist das mobile Ausbohren und Aufspindeln zylindrischer Bohrungen in Einbaulage: Eine Bohrstange wird in der Lagergasse oder Bohrung ausgerichtet und bearbeitet verschlissene oder beschädigte Lagersitze, Bolzenaugen und Wellenaufnahmen auf das Originalmaß — fluchtend über mehrere Lagerstellen hinweg. Ist zu viel Material verschlissen, wird die Bohrung zunächst aufgeschweißt (Materialeinschweißung) und anschließend auf Sollmaß gespindelt.

Alternativ spindeln wir — wo sinnvoll — auf ein größeres Passmaß auf und setzen eine Buchse ein (Presspassung, Einschrumpfen oder Verbohren). So erhält das Bauteil wieder seine Originalgeometrie, ohne dass das komplette Großbauteil getauscht werden muss.

Leistungsumfang

  • Aufspindeln verschlissener Lager- und Bolzenbohrungen auf Originalmaß
  • Materialeinschweißung (Auftragsschweißen mit den Schweißaufsätzen der Spindelmaschinen) und Neubearbeitung bei großem Verschleiß
  • Fluchtende Bearbeitung mehrerer Lagerstellen in einer Aufspannung (Lagergassen)
  • Aufspindeln auf Übermaß und Einsetzen von Buchsen (Presspassung, Einschrumpfen, Verbohren)
  • Anlageflächen, Nuten und konische Bohrungen; Tieflochbohren mit der Spindelmaschine
  • Typische Bauteile: Brückenkran- und Hafenkran-Lager, Bolzenlagerungen, Motorblock-Hauptlager, Getriebegehäuse, Rahmen von Schwer- und Baumaschinen, Hydraulikzylindergehäuse, Steven-Rohre

Technische Daten

ParameterWert
Bohrungsdurchmesserca. Ø 34 – 2.200 mm
Bearbeitungslänge / LagergasseStandard-Bohrwelle bis 4.000 mm; durch angekuppelte Wellen modular verlängerbar (höherer Rüstaufwand) — gilt für alle Maschinenmodelle
Erreichbare Toleranz0,02 – 0,05 mm, je nach Bauteil, Werkstoff und Gegebenheiten
Ausrichtung der BohrstangeMessuhr, Laservermessung oder Winkelmessinstrument (Theodolit)
MaterialeinschweißungAuftragsschweißen mit den Schweißaufsätzen der Spindelmaschinen; bei geforderter Verfahrensprüfung/Schweißerzertifizierung mit qualifizierten Schweißbetrieben
Antriebepneumatisch, hydraulisch, elektrisch (baustellenüblich)

Ablauf einer Lagerbohrungs-Reparatur

  • 1. Vermessen der Ist-Geometrie (Verschleiß, Flucht)
  • 2. Bei Bedarf Materialeinschweißung der verschlissenen Bohrung
  • 3. Ausrichten der Bohrstange über alle Lagerstellen (Messuhr, Laser oder Theodolit)
  • 4. Aufspindeln auf Originalmaß, Messprotokoll

Normen & Qualifikation

Bearbeitet wird nach Kundenvorgabe bzw. Zeichnung; die Ergebnisse werden gemessen und dokumentiert. Der Betrieb ist nach ISO 9001:2015, ISO 45001:2018 und VCA-P 2017/6.0 zertifiziert. Das Auftragsschweißen führen wir mit den Schweißaufsätzen unserer Spindelmaschinen selbst aus; sind Verfahrensprüfungen oder Schweißerzertifikate gefordert, arbeiten wir mit qualifizierten Schweißbetrieben zusammen.

Typische Anwendungsfälle

  • Hafenkran: gleichzeitiges Aufspindeln von sechs Bolzenlagerungen — fluchtend in einer Aufspannung.
  • Stahlwerk: Aufspindeln einer Bolzenlagerung mit Eindrehen von Nuten und Andrehen von Anlageflächen für die Verdrehsicherung.
  • Schiffbau: mehrstufiges Aufspindeln der Passungen von Steven-Rohren.
  • Stahlwerk: Tieflochbohren mit der Spindelmaschine — z. B. Ø 70 mm, 800 mm tief ins Volle in einer Torpedopfanne; Bohrungen bis 1.200 mm Tiefe.

Warum HSOS?

Die Reparatur in Einbaulage verhindert Vibrationen und ungleichmäßigen Verschleiß, verlängert die Lagerlebensdauer erheblich — und ist die kostengünstige Alternative zum Austausch teurer Großbauteile. Aufwändiger Aus- und Einbau schwerer Komponenten sowie Schwertransporte zu externen Bearbeitungszentren entfallen. Europaweit, 24/7, kombinierbar mit unserer Vor-Ort-CNC-Bearbeitung.

Line-Boring-Bohrstange mit Vier-Arm-Lager beim Aufspindeln eines Lagergehäuses
Aufspindeln auf Originalmaß nach dem Aufschweißen — Bohrstange im Vier-Arm-Lager
Spindelmaschine am Koppelgelenk eines Krans in der Werkstatt
Spindeln am Koppelgelenk eines Krans
Mehrere gespindelte Passungen in einem Steven-Rohr
Mehrstufig gespindeltes Steven-Rohr
Tieflochbohren mit der Spindelmaschine in einer Torpedopfanne im Stahlwerk
Tieflochbohren mit der Spindelmaschine (Torpedopfanne, Stahlwerk)
Monteur beim Aufspindeln eines Bauteilflansches in der Werkstatt
Spindeln eines Bauteilflansches in der Werkstatt

Häufige Fragen

Welche Bohrungsdurchmesser können Sie vor Ort spindeln?

Unsere mobilen Bohrwerke decken Bohrungen von ca. Ø 34 mm bis 2.200 mm ab. Lagergassen bearbeiten wir mit einer Standard-Bohrwelle bis 4.000 mm Länge — durch angekuppelte Wellen modular verlängerbar — fluchtend über mehrere Lagerstellen in einer Aufspannung.

Was passiert, wenn die Bohrung zu stark verschlissen ist?

Dann wird die Bohrung zunächst aufgeschweißt (Materialeinschweißung) und anschließend auf das Originalmaß aufgespindelt. Alternativ spindeln wir — wo möglich — auf ein größeres Passmaß auf und setzen eine Buchse ein (Presspassung, Einschrumpfen oder Verbohren). Das Bauteil erhält damit wieder die ursprüngliche Geometrie — ein Austausch ist nicht nötig.

Welche Genauigkeit ist beim Line Boring erreichbar?

Wir arbeiten im Toleranzbereich von 0,02–0,05 mm — je nach Bauteil, Werkstoff und Gegebenheiten. Das Ergebnis wird gemessen und protokolliert.

Führen Sie die Materialeinschweißung selbst aus?

Ja. Mit den Schweißaufsätzen unserer Spindelmaschinen führen wir das Auftragsschweißen selbst aus. Sind Verfahrensprüfungen oder Schweißerzertifikate gefordert, arbeiten wir mit qualifizierten Schweißbetrieben zusammen.