Nicht jede Komposit-Reparatur betrifft Rohrleitungen: In Nordrhein-Westfalen hat HSOS einen korrosionsgeschädigten DN250-Klöpperboden durch Laminieren und keramische Endbeschichtung dauerhaft saniert.
Aufgabenstellung
Komposit-Reparaturen werden häufig mit Rohrleitungen assoziiert – doch das Verfahren eignet sich ebenso für Behälterkomponenten. Im vorliegenden Einsatz in Nordrhein-Westfalen stand ein DN250-Klöpperboden mit lokalen Materialabtragungen und Durchdringungen (Löcher) im Fokus. Ein Austausch des Bauteils war kurzfristig weder logistisch noch wirtschaftlich darstellbar.
Vorgehensweise
Das HSOS-Team führte die Sanierung vollständig vor Ort durch:
- Oberflächenvorbereitung: Mechanisches Abstrahlen auf Sa 2,5 gemäß ISO 8501-1; alle Fehlstellen wurden mit einem hochgefüllten Epoxid-Spachtel bündig verschlossen.
- Laminieraufbau: Anschließend erfolgte das lagenweise Auflaminieren von Glasfaser-Gewebe mit einem zweikomponentigen Epoxid-Harzsystem. Die Lagenanzahl und -orientierung wurde entsprechend der mechanischen Anforderungen des Bauteils und in Anlehnung an ASME PCC-2 Article 4.1 / ISO 24817 ausgelegt.
- Keramische Endbeschichtung: Als Abschluss wurde eine keramisch gefüllte Deckbeschichtung aufgebracht. Diese erhöht die Erosions- und Korrosionsbeständigkeit der reparierten Fläche erheblich und schützt das Laminat vor chemischem Angriff sowie mechanischem Abrieb im Betrieb.
Warum Laminieren statt Schweißen?
Bei dünnwandigen oder bereits korrosionsermüdeten Klöpperböden birgt das Schweißen das Risiko weiteren Wärmeverzugs und Materialausdünnung. Das Kalt-Laminierverfahren arbeitet ohne Wärmeeintrag, fügt kein Eigenspannungsprofil ein und lässt sich ohne Betriebsunterbrechung bei abgesenkten Systemdrücken realisieren. Zugleich schafft die aufgebrachte Schicht eine definierte, prüfbare Wanddickenzugabe.
Ergebnis
Nach Aushärtung und visueller sowie Dickenmessung (Ultraschall) wurde der Klöpperboden wieder in Betrieb genommen. Die keramische Endbeschichtung sorgt für eine glatte, chemisch resistente Oberfläche, die weiterer Unterrostung entgegenwirkt. Die Gesamtmaßnahme war innerhalb eines Schichtzeitraums abgeschlossen – deutlich kürzer als ein Bauteilwechsel es erfordert hätte.
Fazit: Komposit-Reparatur per Laminieren ist kein reines Rohrthema. Überall dort, wo rotationssymmetrische oder geformte Behälteroberflächen saniert werden müssen, liefert das Verfahren normgerechte, dauerhaft dichte Ergebnisse – schnell, kalt und wirtschaftlich.
