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Rohrfasen-Geometrien – die richtige Schweißnahtvorbereitung finden

Übersicht für Bauleiter und Planer unserer Kunden: welche Fase gilt in welchem Regelwerk, und wie wählen Sie nach Wandstärke, Zugänglichkeit und Werkstoff die passende Geometrie – inkl. ungleicher Wandstärken und Anbohrungen (Stutzen/Sonden).

Alles aus einer Hand bei HSOS. Wir setzen alle hier gezeigten Varianten in der Praxis für unsere Kunden um – Rohre trennen, anfasen und bearbeiten, vor Ort und kalt (keine Zündquelle, keine Gefügeveränderung). Diese Übersicht soll Ihnen einen schnellen Überblick über die gängigen Geometrien geben. Welche Variante konkret zum Einsatz kommt, stimmen wir mit Ihrer WPS / Projektspezifikation ab.
Das Wichtigste zuerst: Für die Geometrie der Schweißnahtvorbereitung gibt es in Europa keinen Länder-Flickenteppich. Alle EU/EFTA-Länder haben dieselbe Norm EN ISO 9692-1 übernommen – identischer Inhalt, nur anderes nationales Kürzel (DIN, BS, NF, UNI, UNE …). Die alte DIN 2559-1 wurde 2004 zurückgezogen. Der eigentliche Unterschied entsteht nicht durch das Land, sondern durch das Projektregelwerk – und das hängt an der Branche. Vorrang hat immer die WPS / Projektspezifikation.

Welches Regelwerk gilt in welcher Branche?

Rechtlicher Rahmen in Europa ist die Druckgeräte-Richtlinie PED 2014/68/EU. Sie lässt neben den harmonisierten EN-Normen ausdrücklich gleichwertige Regelwerke zu – deshalb wird branchenabhängig teils nach ASME gefast (Leitfäden: CEN/TR 14549, ISO 15649). Grobe Zuordnung:

  • Allg. Industrie-/Anlagenbau, Chemie (konventionell), Fernwärme, HVAC, Maschinenbau → EN 13480 / AD 2000 → Fase nach EN ISO 9692-1.
  • Öl & Gas, Raffinerie, Petrochemie, LNG (auch in der EU – meist Betreiber-/EPC-Vorgabe) → ASME B31.3 → Fase nach ASME B16.25 (37,5°).
  • Kraftwerk / Power → ASME B31.1 bzw. EN 12952 + EN 13480.
  • Fernleitungen / Pipelines → API 1104, ASME B31.4/B31.8; EU-Gas EN 12732 / EN 1594.
  • Offshore (Nordsee) → NORSOK / DNV (kombiniert mit ASME/API).

Merksatz: „Nicht das Land entscheidet, sondern die Branche → das Projektregelwerk → die WPS."

Systematik

1Standard klären

Welches Regelwerk schreibt das Projekt / das Land vor? EN ISO 9692-1 (Europa-Standard) oder ASME (typisch Öl&Gas / international)?

2Geometrie wählen

Nach Zugänglichkeit (ein-/beidseitig) und Wandstärke t die Fugenform bestimmen – siehe Auswahltabelle.

3Maße & Werkstoff

Öffnungswinkel, Spalt und Steghöhe im Normbereich festlegen; Werkstoff beeinflusst v. a. Winkel/Zugang, nicht die Fugen-Familie.

1 · Differenzierung nach Projektregelwerk

Weil die Geometrie in Europa über EN ISO 9692-1 vereinheitlicht ist, entscheidet für die Fase das Projektregelwerk – nicht die Landesgrenze. Die folgende Tabelle stellt die relevanten Regelwerke mit ihrer aktuellen Ausgabe gegenüber (Stand 2026, ohne Gewähr).

ProjektregelwerkTypische BrancheFasen-/Vorbereitungsnorm (akt. Ausgabe)Winkel-PrinzipRegion
EN / PED
EN 13480, AD 2000
Industrie-/Anlagenbau, Chemie, Fernwärme, HVAC, MaschinenbauEN ISO 9692-1:2013 · Enden: EN 12627 / EN 10253α = eingeschlossen (V 40–60°)EU
ASME B31.3
Process Piping
Öl&Gas, Raffinerie, Petrochemie, LNGASME B16.25-2022 (Enden) · B31.3-2022 §328.437,5° je Flanke (~75° eingeschl.)US
ASME B31.1
Power Piping
Kraftwerk / PowerASME B16.25-2022 · B31.1-202237,5° je FlankeUS
API 1104
B31.4 / B31.8
Fernleitungen / PipelinesAPI 1104 (22. Ausg. 2021); EU-Gas EN 12732 / EN 1594i. d. R. 30°–37,5° je FlankeEUUS
NORSOK / DNVOffshore (Nordsee)NORSOK M-101 (+ ASME/API)je ProjektspezifikationUS

National = inhaltsgleich: EN ISO 9692-1 erscheint als DIN / BS / NF / UNI / UNE / ÖNORM / NEN / SS / PN … – gleicher Inhalt, nur anderes Kürzel (DIN 2559-1 seit 2004 zurückgezogen).
Merksatz: „In Europa gleiche Geometrie – der Unterschied kommt über das Projektregelwerk (EN vs. ASME), nicht über die Landesgrenze."

Bauteil-Enden (Fittings/Rohre) vs. Nahtvorbereitung: EN ISO 9692-1 beschreibt die Fugenform an der Naht. Die werkseitige Fase an Rohren/Fittings regelt in Europa die EN 12627 (Anschweißenden) bzw. die EN 10253-Reihe – das europäische Gegenstück zu ASME B16.25.

2 · Fugenform nach Wandstärke & Zugänglichkeit (EN ISO 9692-1)

Erste Weiche: einseitig (nur von außen zugänglich – der Regelfall am Rohr) oder beidseitig schweißbar (Zugang innen & außen)? Danach entscheidet die Wandstärke t. Die Maße sind Normbereiche (Erfahrungswerte) – der genaue Wert steht in der WPS.

α Öffnungswinkel (eingeschlossen) β Winkel Fase / U-Flanken (eingeschlossen) b Spalt / Stegabstand c Steghöhe (Steg/Land) t Wandstärke R Radius (U-Fuge)

Winkel-Konvention: Alle Winkel sind hier als eingeschlossene (ganze) Öffnungswinkel angegeben. Die DIN EN gibt manche Winkel zur Senkrechten an (halber Wert – in der Norm-Zeichnung an einer eingezeichneten Senkrechten erkennbar); diese Werte sind in unserer Übersicht einheitlich auf den Gesamtwinkel umgerechnet (z. B. β 8–12° zur Senkrechten → 16–24° eingeschlossen).

Zugrunde liegende Normen (jeweils aktuelle Ausgabe, Stand 2026): EN ISO 9692-1:2013 · ASME B16.25-2022 · ASME B31.3-2022 (§328.4) · ASME B31.1-2022 · API 1104 (22. Ausg. 2021) · EN 13480:2017 · EN 12627 · EN 10253 · PED 2014/68/EU (Leitfäden CEN/TR 14549, ISO 15649).
Alle Angaben ohne Gewähr – die Maße sind Normbereiche/Erfahrungswerte. Die Welding Procedure Specification (WPS) hat immer Vorrang.

Einseitig geschweißt (Tabelle 1) – der Regelfall am Rohr

FugenformSkizzeWandstärke t WinkelSpalt bSteg cPraktiker-Hinweis
1.2
I-Fuge
square butt
b
≤ 3–4 mm
(bis 8 MAG)
b ≈ t Dünnwandig; keine Fase, nur trennen & entgraten.
1.3
V-Fuge
single-V
αb
3 – 10 (12) mmα 40–60°≤ 4 mm≤ 2 mm Der Standard am Rohr. Von außen komplett schweißbar.
1.5
Y-Fuge
V mit Steg
αcb
5 – 40 mmα ≥ 60°1–4 mm2–4 mm Steg > 2 mm sichert Wurzel; gut für Handschweißen.
1.6
U-Fuge auf V-Wurzel
U on V root
Rβαb
> 12 mmα 60–90° / β 16–24°1–3 mm≥ 4 mm Dickwandig, weniger Schweißgut als V; sichere Wurzel. Umgangssprachlich als „Tulpe“ bekannt.
1.7
V-Fuge auf V-Wurzel
V on V root
βαcb
> 12 mmα 60–90° / β 20–30°2–4 mm> 2 mm Kombiniert V-Zugang mit definierter V-Wurzel; für dicke Wände.
1.8
U-Fuge
single-U
Rβcb
> 12 mmβ 16–24°1–3 mm≤ 4 mm Reine U-Fuge; minimales Schweißgut bei sehr dicker Wand.
1.4
Steilflanken-V
narrow-gap V
βb
> 16 mmβ 10–40°5–15 mm Nur mit Badsicherung; sparsame Nahtfüllung.
1.9
HV-Fuge
single-bevel
βb
3 – 10 mmβ 35–60°2–4 mm1–2 mm Ein Teil gefast (T-/Abzweig- und Stutzennähte).

Beidseitig geschweißt (Tabelle 2) – bei Innen- & Außenzugang / dicke Wand

FugenformSkizzeWandstärke t WinkelSpalt bSteg cPraktiker-Hinweis
2.1
I-Fuge
square, 2-seitig
b
≤ 8 mm0–3 mm Beidseitige Decklage, ohne Fase.
2.5
Doppel-V (X)
double-V
ααc
> 10 mmα 40–60°1–3 mm≥ 2 mm Weniger Verzug & Füllvolumen als einseitige V bei dicker Wand.
2.4
Doppel-Y
double-Y
ααc
> 10 mmα 40–60°1–4 mm2–6 mm X mit Steg – robuste Wurzel, beidseitig.
2.9
Doppel-HV (K)
double-bevel
ββ
> 10 mmβ 35–60°1–4 mm≤ 2 mm Ein Teil beidseitig gefast (dicke T-Stöße).
2.7
Doppel-U
double-U
RR
≥ 30 mmβ 16–24°1–3 mm≥ 3 mm Sehr dicke Wand: minimales Schweißgut, teuerste Vorbereitung.

3 · International: ASME B16.25 (Öl&Gas / weltweit)

Wechselt der Bauleiter auf ein ASME-geprägtes Projekt (Raffinerie, Pipeline, Offshore – auch in Europa), gilt für die Rohrenden ASME B16.25 (referenziert in B31.3/B31.1). Wichtigster Unterschied zur EN: Der Winkel wird je Flanke ab der Senkrechten gemessen.

37,5°Steg ≈ 1,6 mmaußeninnen

Standard-Fase 37,5°

Wand 3,2–22,2 mm · Steg (land) ≈ 1,6 mm · zwei Enden → ~75° eingeschlossen
37,5°~10°außeninnen

Compound-Fase

Wand > 22,2 mm · zweiter, flacherer Winkel unten spart Schweißgut
Raußeninnen

U-/J-Fase

Schwere Wandstärken · gekrümmte Flanke, minimales Füllvolumen
MerkmalEN ISO 9692-1 (Europa)ASME B16.25 (international)
Winkelangabeα = eingeschlossener Öffnungswinkel (V: 40–60°)37,5° je Flanke ab Senkrechter → ~75° eingeschlossen
Steg / Root facec 1–4 mm (formabhängig)≈ 1,6 mm (±0,8)
Übergang dicke WandU-/Doppel-U-, Steilflanken-FugeCompound-Fase / J-Bevel ab 22,2 mm
Praxisfolgeschmalerer V → weniger Lagen/Schweißgutbreiterer 75°-V → mehr Schweißgut, mehr Lagen
Typischer EinsatzIndustrie-/Anlagenbau in EUÖl&Gas, Petrochemie, Pipeline, Offshore weltweit
Wann/wo wird in Europa nach ASME gefast? Immer dann, wenn Betreiber oder EPC das Projekt auf ASME festlegen – typisch in Öl&Gas, Raffinerie, Petrochemie und LNG, oft bei international tätigen Konzernen und auf Offshore-Projekten. Rechtlich ist das über die PED zulässig (Nachweis der Gleichwertigkeit, CEN/TR 14549, ISO 15649). Faustregel: klassischer EU-Anlagenbau → EN; Prozess-/Öl&Gas → ASME. Erkennbar an der Isometrie/WPS: Winkelangabe 37,5° und Steg ≈ 1,6 mm deuten auf ASME, ein eingeschlossener α 40–60° auf EN.

Werkstoff – was ändert sich?

EN ISO 9692-1 gilt für alle Stahlsorten. Der Werkstoff bestimmt weniger die Fugen-Familie als die Feinheiten:

  • Unlegierte / niedriglegierte Stähle: Normbereiche direkt anwendbar.
  • Nichtrostende / hochlegierte Stähle: gleiche Formen, meist etwas größerer Öffnungswinkel für Zugang und wegen Wärmeeinbringung; oft WIG-Wurzel.
  • Sehr dicke / hochfeste Wände: U- oder Steilflanken-/Narrow-Gap-Formen, um Schweißgut, Verzug und Eigenspannungen zu begrenzen.

4 · Ungleiche Wandstärken: Innenausdrehen & Außen-Abdrehen

Werden zwei Rohrstücke mit unterschiedlicher Wandstärke verbunden (z. B. Alt-/Neurohr oder Rohr an Armatur/Fitting), muss der Übergang angeglichen werden – sonst entstehen ein Bohrungsversatz (hi-lo), Strömungs-/Erosionsprobleme und Fehldeutungen bei der Durchstrahlungsprüfung. Regelbasis: ASME B16.25 und ASME B31.3 §328.4.3 (Bild 328.4.3); EN 13480 kennt sinngemäß gleiche Übergänge (Taper max. 30°).

Wann? Übergang erforderlich, wenn der Innenversatz die zulässige hi-lo überschreitet bzw. eine Wand deutlich dicker ist (Richtwert Verhältnis > 1,5 : 1). Das dickere Teil wird spanend angeglichen – innen (Innenausdrehen/Bohrung) bei ID-Versatz, außen (Abdrehen) bei OD-Versatz. Innenausdrehen ist bei erosiven/aggressiven Medien und für die Radiographie besonders wichtig.

Innenausdrehen (ID-Angleich am dickeren Rohr)

~15°außeninnen (Bohrung)

Direkt auslaufend

Taper direkt am Stoß, ~15° (ASME max. 30°). Kurz, einfach.
≈3×t~15°außeninnen

Gerade + auslaufend

Erst zylindrisch (z. B. ~3×t), dann ~15° auslaufend. Sanfterer Kraftfluss.
1:4 (~14°)außeninnen

Bohrungstaper 1:4

Durchgehender Kegel max. 1:4 (~14°) über ≥ 2×t (ASME-Alternative).
VarianteGeometrieWinkel / LängeEinsatz
Direkt auslaufendTaper unmittelbar ab Wurzel~15° (max. 30°)Standard bei mäßigem Versatz; kurze Baulänge.
Gerade + auslaufendzylindrischer Bund, dann TaperBund ~3×t, dann ~15°Sanfterer Übergang, weniger Kerbwirkung; oft projektvorgegeben.
Bohrungstaperdurchgehende Kegelbohrungmax. 1:4 (~14°), ≥ 2×tASME-Alternative bei größerem ID-Unterschied.

Außen-Abdrehen (OD-Angleich)

Unterscheiden sich die Außendurchmesser (bei gleicher Bohrung), wird der OD des dickeren Teils außen abgedreht; alternativ wird der Übergang über die Nahtüberhöhung/Decklage hergestellt. Steigung jeweils ≤ 30°.

≤30°außeninnen

Außentaper ≤ 30°

OD des dickeren Teils abgedreht; Steigung max. 30°.
Decklage ≤30°innen

Nahtüberhöhung getapert

Übergang über die Decklage, Taper ≤ 30° (kein Materialabtrag am Rohr).

Werte nach ASME B16.25 / B31.3 §328.4.3 – Richtwerte, ohne Gewähr; verbindlich ist die WPS.

5 · Anfasen an ungetrennten Rohren: Stutzen, Abzweige & Sonden-Bohrungen

Wird ein Abzweig, Stutzen oder eine Mess-Sonde an ein ungetrenntes Rohr angebunden, muss in die Rohrwand eine Öffnung eingebracht und deren Kante angefast werden – auf einer doppelt gekrümmten „Sattel"-Fläche. Das ist nicht trivial: Der lokale Flankenwinkel ψ (Winkel zwischen Abzweig- und Grundrohrwand) ändert sich umlaufend – spitz an der „Zehe", ~90° an den Flanken, stumpf an der „Ferse". Damit muss auch die Fasengeometrie umlaufend nachgeführt werden.

Regelbasis: AWS D1.1 (Rohrknoten T-/Y-/K-Verbindungen: Fasendetail nach lokalem Flankenwinkel ψ, Zonen, Tab. 3.5/3.6, Bild 3.8–3.10) · ASME B31.3 §328.5.4 (Bild 328.5.4: aufgesetzte/eingesetzte Abzweige, Voll­anschluss + Deck-Kehlnaht tc = kleiner von 0,7·Tb oder 6 mm) · EN 1708-1 (europäischer Katalog der Schweißdetails für druckbeanspruchte Abzweige/Stutzen).

Die drei Anbindungs-Varianten

Grundrohr

Aufgesetzt (set-on)

Abzweig sattelförmig auf das Grundrohr gefast; Naht außen umlaufend + Deck-Kehlnaht.
Bohrung

Eingesetzt / durchgesteckt (set-in)

Bohrung im Grundrohr, Abzweig eingesteckt; Voll­anschluss-Naht + Deck-Kehlnaht.
Anschweiß-Fitting

Mit Anschweißstutzen (olet)

Werksseitig gefastes Fitting (z. B. Weldolet) – definierte, gleichbleibende Fase, kein Sattel-Problem.

Warum die Fase umlaufend wechselt: lokaler Flankenwinkel ψ

Nach AWS D1.1 wird die Vorbereitung entlang des Umfangs in Zonen nach dem lokalen Flankenwinkel ψ eingeteilt. Faustbild:

ψ<90°

Zehe – spitz

Enger Zugang → größerer Fasenwinkel, ggf. Ausschleifen der Wurzel.
ψ≈90°

Flanke – rechtwinklig

Standard-Fase (HV-ähnlich), gut zugänglich.
ψ>90°

Ferse – stumpf

Kleinerer Fasenwinkel; anteilig Kehlnaht möglich.
Position am UmfangLokaler Flankenwinkel ψVorbereitung (AWS D1.1)
Zehe / Krone (spitz)klein (< 90°, bis ~30°)Größerer Fasenwinkel, Wurzelzugang schaffen; bei sehr spitzem ψ ggf. kein Vollanschluss möglich.
Flanken (Seiten)≈ 90°Standard-Fase (HV-ähnlich), Wurzel + Fülllagen von außen.
Ferse (stumpf)groß (> 90°)Kleinerer Fasenwinkel; Übergang zu (Teil-)Kehlnaht.

Praktisch heißt das: die Öffnung wird profiliert (Sattelschnitt) und die Fase umlaufend nachgeführt – manuell anspruchsvoll, ideal für maschinelles/CNC-gestütztes Anfasen. HSOS führt beide Wege aus.

WPS hat immer Vorrang. Verbindlich ist die Welding Procedure Specification (WPS) bzw. die Projektspezifikation und Isometrie – die Tabellen hier sind Orientierung (Normbereiche = Erfahrungswerte, keine Fertigungs-Grenzabmaße). Alle Angaben ohne Gewähr. HSOS fast vor Ort maßhaltig, kalt und nach dem geforderten Regelwerk (EN oder ASME).

Quellen & Normen (aktuelle Ausgabe, Stand 2026 – ohne Gewähr): EN ISO 9692-1:2013 · nationale Übernahmen DIN/BS/NF/UNI/UNE EN ISO 9692-1 · ASME B31.3-2022 (§328.4.3 & §328.5.4) · ASME B31.1-2022 · API 1104 (22. Ausg. 2021) · AWS D1.1 (tubular T/Y/K) · EN 1708-1 (Abzweige/Stutzen) · EN 13480:2017 · EN 12627 / EN 10253 (Anschweißenden von Fittings) · PED 2014/68/EU, CEN/TR 14549, ISO 15649.

Skizzen: eigene schematische Darstellungen (HSOS), nicht maßstäblich – dienen nur der Formzuordnung, nicht der Bemaßung.

Häufige Fragen

Welche Norm gilt für Rohrfasen in Europa?

Für die Fasengeometrie gilt europaweit EN ISO 9692-1 (national übernommen als DIN/BS/NF/UNI/UNE … – inhaltsgleich). In Öl & Gas, Petrochemie und Offshore wird – auch in Europa – häufig nach ASME B16.25 / B31.3 gefast. Maßgeblich ist die WPS des Projekts.

Welcher Fasenwinkel ist üblich?

Nach EN ISO 9692-1 hat die V-Fuge einen eingeschlossenen Öffnungswinkel von 40–60°. ASME B16.25 gibt 37,5° je Flanke an (zwei Enden ergeben ~75° eingeschlossen), Steg ≈ 1,6 mm. Die genauen Werte legt die Schweißanweisung (WPS) fest.

Wann wird bei unterschiedlicher Wandstärke innen ausgedreht?

Bei deutlichem Innenversatz bzw. Wanddickenverhältnis über etwa 1,5 : 1 (ASME B31.3 §328.4.3 / B16.25). Der Übergang erfolgt innen mit ca. 15° bzw. Kegel 1:4, außen mit maximal 30°.

Wie wird ein Stutzen an einem ungetrennten Rohr angefast?

Die Öffnung wird auf der gewölbten Sattelfläche profiliert; der Flankenwinkel ändert sich umlaufend (AWS D1.1, ASME B31.3 §328.5.4, EN 1708-1). HSOS fräst/fast das maschinell vor Ort – kalt und maßhaltig.

Kann HSOS Rohre vor Ort trennen und anfasen?

Ja. HSOS trennt, fast und bearbeitet Rohre mobil und kalt vor Ort (keine Zündquelle, keine Gefügeveränderung) – nach dem geforderten Regelwerk (EN oder ASME) und der Kunden-WPS.